Warum mieten Brautpaare immer noch eine Photobooth für die Hochzeit?

Usprünglich ein Passbildautomat nach amerikanischem Vorbild, hat sich die allseits beliebte Photobooth auf Hochzeiten breitgemacht und ist – wie die Amis so sagen – hier um zu bleiben.

Trends kommen und gehen. Aber was hat die Fotobox, was andere nicht haben? Ist sie vielleicht mehr als ein kurzweiliger Partygag, den man nur bucht, weil andere das auch machen? Um die Hartnäckigkeit der Photobooth nachvollziehen zu können, müssen wir ihr den Papp-Bart am Stäbchen herunterziehen und die ganzen verrückten Effekte für einen Moment vergessen.

In ihrer Funktion ist die Photobooth nichts anderes als ein Porträtfotograf mit extra viel Sitzfleisch. Vom Fotografen aus kann man aber noch weiter zurückgehen – bis in die Antike, wo die Porträtmalerei ihre erdigen Wurzeln hat. Einen Bedarf an Porträts gibt es also schon so gut wie immer. Kein Wunder, denn direkt nach seinem Ich-Bewusstsein entdeckte der prähistorische Mensch, dass er der Schärfste ist.

Es wäre also unwissenschaftlich, etwas anderes zu behaupten, als dass die Leute am allerliebsten sich selbst sehen. Aber nicht halb gebückt beim Essen, nicht, wenn man gerade aufgestanden ist und bestimmt nicht auf einem Überwachungsvideo, wenn man im Laden geklaut hat. Richtig gut gefällt man sich nur im besten Licht.

Genau dazu gibt uns die Photobooth eine Gelegenheit. Wie in einem Spiegel kann man sich vorher sehen, alles ausprobieren und sich so ohne böse Überraschung von seiner Schokoladenseite zeigen. Und trotzdem machen alle nur Faxen? Selbstverständlich, denn die Kontrolle, die man bei anderen Arten der Fotografie nicht hat, entspannt die Hochzeitsgäste. Dadurch wagen alle mehr, gehen aus sich heraus und lassen sich zu dem größten Quatsch hinreißen.

Denn es geht vor der Photobooth auf der Hochzeit nicht darum, der oder die Schönste zu sein (es reicht, dass man könnte!). Zuerst kommt der Spaß und die Photobooth stellt Freischeine aus, um sich mal richtig zum Obst zu machen.

Warum ist die Photobooth der ideale Eisbrecher?

Das Prinzip ist gar nicht so kompliziert: Ich sehe mich im Bild der Photobooth so, wie ich mich selbst gerne sehe und weiß, dass die Person neben mir das gleiche Bild von mir vor Augen hat. Damit kommt das gemeinsame Posen vor der Fotobox dem Traum näher, immer so auszusehen wie auf einem Foto. Selbst- und Fremdwahrnehmung sind im Einklang und der gemeinsamen Unternehmung steht nichts im Wege – auch keine Selbstzweifel.

Das alles schafft so eine vertrauensvolle Atmosphäre, dass die Distanzzone aufgehoben wird und man sich mit gutem Gefühl in die sogenannte Intime Zone (60 cm Abstand) des anderen hineintraut. Das gibt es sonst nur unter engen Freunden und Familienangehörigen. Niemand spürt an der Supermarktkasse gerne einen warmen Atem im Nacken oder steht freiwillig zu siebt im Fahrstuhl.

Fügt man nach Belieben noch Alkohol hinzu, steht der geselligen Action nichts mehr im Wege (Tipp zur Hochzeitsfeier: Die Photobooth sollte die ganze Nacht stehen bleiben).

Es geht auch ohne Druck

Da wir Öko-Nerds mit Holzzahnbürsten sind, verzichten wir bei unserer Photobooth auf ausgedruckte Fotos. Wir haben schon öfter beobachtet, dass irgendein vernachlässigtes Kind das Durchhaltevermögen zeigt, 200 Mal in Folge auf den Auslöser zu drücken. Das ist dann nicht nur teuer, sondern durch die Druckfarbe und das verbrauchte Fotopapier auch ein Tritt für die Umwelt.

Davon abgesehen macht es nicht unbedingt mehr Spaß, wenn jedes Bild ausgedruckt wird. Die eigentliche Freude an der Photobooth besteht darin, dass man zusammenkommt, sich ein bisschen verkleidet und witzige Bilder aufnimmt. Daraus entsteht ein kurzer aber fester Zusammenhalt. Und den sieht man bei Gruppen von Kindern, die verschmitzt zur Kiste tigern ebenso wie beim alten Ehepaar, das mit Sektgläsern in der Hand ein Beweisfoto dafür macht, dass alte Liebe nicht rostet.

Die analoge Gegenbewegung schreibt natürlich ausgedruckte Bilder schon fast vor (genau wie man nur Musikliebhaber sein kann, wenn man seine KALLAX Regale mit einer tonnenschweren Plattensammlung quält).

Wer den Hipster heraushängen lassen möchte, ist mit unserer Photobooth dennoch gut beraten, denn statt langweiliger Instantaneität bieten wir Slow Food für die Augen: Die Gäste können zwar ihr Bild direkt sehen – um es aber wiederzusehen, müssen sie erstmal eine Weile warten (bis sie vom Brautpaar den Zugang zur Online-Galerie kriegen).

Dieser Effekt ist unbezahlbar, denn nach spätestens zwei Wochen erinnert sich keiner mehr an die Geistesblitze, die ihm oder ihr vor der Photobooth auf der Hochzeit gekommen sind. Diese Nicht-Aktualität werden auch alle zu schätzen wissen, die früher einmal einen 36er Farbfilm aus einer Schublade zum Fotoladen gebracht haben, ohne einen Dunst, was einen mit den entwickelten Bildern erwartet (Phantasialand im Mai ‘96 oder Spanienurlaub mit den Eltern?).

Fotos sind nun mal magisch und die Photobooth ist eine Zauberkiste. Deswegen wird sie uns auch in Zukunft immer wieder auf Hochzeiten begegnen. Ob als überlebensgroßer High-Tech-Spiegel, Starenkasten aus Edelstahl oder eben als sympathische kleine Kiste aus Buchenholz.

Unsere Photobooth ist im Glanzpaket enthalten. Einzeln gebucht kostet sie 200 € (unter 50 km Anfahrt ab Düsseldorf). In der Box steckt eine digitale Spiegelreflexkamera (DSLR) von Nikon, der Bildschirm ist ein iPad mit dem gewohnt angenehmen Touchscreen und einer schicken und professionellen App für eine erstklassige Nutzererfahrung. Unsere Requisiten für die Photobooth beziehen wir vom Creativ-Discount in Düsseldorf. Der Aufbau von Studiobeleuchtung und eine Online-Galerie sind ebenfalls im Preis inbegriffen. Fragt uns ganz unverbindlich, ob wir an eurem Wunschtermin Zeit haben – wir freuen uns auf euch!

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