Trauringe aus nachhaltigem Gold

Schimmernd wie erstarrtes Sonnenlicht, zieht Gold die Menschen seit über 6.000 Jahren in seinen Bann. Das Edelmetall steht seit jeher für Reinheit, weil es, anders als andere Metalle, nicht korrodiert. Daher ist Gelbgold auch das beliebteste Material für Trauringe. Egal wie viel Zeit vergeht – Gold wird immer so sanft glühen wie am Tag, als es zum ersten Mal das Licht gesehen hat.

Doch auf den Glanz legt sich ein Schleier, wenn man an die Bedingungen denkt, unter denen das Gold zu Tage gefördert wird. Tonnenweise hochgiftige Chemikalien oder Schwermetall wie Quecksilber werden eingesetzt, um es aus dem Gestein zu lösen.

Während die EU bis 2020 Quecksilber komplett aus dem Verkehr gezogen haben wird, gelangen durch den Abbau in Goldminen in Südamerika jährlich etwa 100 Tonnen des Schwermetalls in den Amazonas.

In anderen Regionen der Welt sieht es ähnlich aus: Lebensräume werden stark geschädigt, um verhältnismäßig winzige Mengen Gold zu fördern. Eine Tonne Gestein gibt mittlerweile oft nicht mehr als ein Gramm Gold her.

Dass es auch anders geht, zeigt Heike Elfrink in Düsseldorf. Schon beim Blick durch das Schaufenster ihres Ateliers in Düsseldorf Flingern funkelt er dem Besucher entgegen: Flitter aus Finnland. Kleine Goldstückchen, die ohne Einsatz von Cyanid und Quecksilber in mühevoller Handarbeit aus Bächen und Flüssen gewaschen wurden.

Jenseits des Polarkreises

Etwa 200 km nördlich vom Polarkreis liegt das Goldwäscher-Dorf Tankavaara. Wer jetzt an Goldrausch-Romantik im wilden Westen denkt, liegt schon ziemlich richtig. Denn im Norden Finnlands werden zwischen Juni und September von Goldwäschern und ihren Familien kostbare Flitter geschürft, ohne tonnenweise Gestein mit Chemikalien zu bombardieren.

Um eine Vorstellung von der Umweltverträglichkeit dieses Goldes zu bekommen: Die Menschen leben im Einklang mit der Natur und sorgen sich beim Schürfen in erster Linie um das frische Flusswasser für die wildlebenden Elche. In Lappland gelten die strengsten Umweltauflagen der Welt und die Arbeiten finden mitten im Naturschutzgebiet statt! Es gibt also nicht den geringsten Spielraum für Umweltschweinereien.

Nachhaltige Trauringe wie keine anderen

Als wäre die Natur, aus der das Gold stammt, nicht romantisch genug, fertigt Heike Elfrink aus genau diesem Waschgold edle Trauringe. Das Lappland Gold ist nämlich nicht nur umweltfreundlich, sondern lässt mit Feingoldgehalten bis zu 986/000 andere Edelmetalle wie Wellblech aussehen.

Die meisten Paare kommen in das Düsseldorfer Atelier, damit sie ihren Bund fürs Leben mit kostbaren Einzelstücken besiegeln können. Nach nachhaltigen Ringen fragen bisher die wenigsten. Wenn die erfahrene Goldschmiedin aber im Beratungsgespräch von dem exklusiven Gold aus Finnland erzählt, sind viele Paare nicht mehr von der Idee abzubringen.

Jetzt könnte man meinen, dass solch sorgsam geschürftes Waschgold ein Vermögen kostet. Es ist jedoch nur unwesentlich teurer, je nach Goldpreis etwa um ein Drittel. Denn Finnland liegt erstens nicht am anderen Ende der Welt, zweitens besteht eine lückenlose Lieferkette. Dadurch bleibt die Herkunft stets transparent, ohne dass sich dubiose Zwischenhändler die Taschen vollmachen.

Der Ursprung der Trauringe

Neben dem erstklassigen Gold hat Heike Elfrink aber noch mehr Schätze in ihrem nachhaltigen Repertoire: Es können recycelte Diamanten und Brillanten aus Altschmuck verarbeitet werden. Und auch bei der Herkunft ihrer Edelsteine schaut die Düsseldorferin genau hin. Es sollte für sie bestenfalls immer nachvollziehbar sein, woher das Material kommt, um Kinderarbeit oder Umweltzerstörung gar nicht erst zu unterstützen.

Das erfordere allerdings oft tagelange Recherchearbeit und Korrespondenz mit weit entfernten Ländern, denn es sei teilweise extrem schwierig, die Lieferwege von Edelmetallen und Edelsteinen zurückzuverfolgen.

Das Vertrauen in die Zulieferer und das Gespür der Goldschmiede bliebe so meist die einzige Sicherheit für Kunden, die sich nachhaltige Trauringe wünschen. Denn verlässliche Umwelt- oder Herkunftssiegel, die Goldschmieden und Endkunden einen konfliktfreien Ursprung der Rohmaterialien garantieren, gebe es bisher kaum.

Wir hoffen, dass sich das in Zukunft ändert und die Nachfrage nach umweltverträglichen Edelmetallen weiter wächst. So können wichtige Lebensräume im Amazonas und in Afrika ebenso erhalten werden, wie das traditionsreiche Schürferhandwerk der finnischen Familienbetriebe.

Wenn Gold durch seine Reinheit fasziniert, sollte sich diese Reinheit auch auf die Förderbedingungen erstrecken. Besonders, wenn es als Symbol ewiger Liebe in die Form von so schönen Eheringen gebracht wird.

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